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Sonntag, den 20.04.2014 @Piano » Linux Corner » Datenrettung

Daten einer Festplatte retten

Leider laufen Festplatten nicht ewig und sofern nicht regelmässig ein Backup gemacht wurde, sind oft die Daten für immer verloren. Sich einen Forensiker zu leisten ist ebenfalls viel zu teuer (zumindest im Privatbereich). Dies musste auch eine Kollegin von mir feststellen. Trotzdem versuchte ich noch möglichst viel aus der Platte zu kitzeln.

Wichtig ist hierbei, dass ab sofort nicht mehr schreibend auf die Festplatte zugegriffen wird und somit sollte nicht mehr mit Windows auf die Festplatte zugegriffen werden! Keine Panik, es ist noch nicht alles verloren, denn für Linux Systeme gibt es Datenrettungstools. Sollte man kein Linux zur Hand haben, so lade man sich z.B. ein aktuelles Knoppix herunter. Diese Distributionen liefern bereits Datenrettungstools mit. Mit dd_rescue, einem verbessertem dd (dd kopiert alle Daten blockweise an einen anderen Ort), kann man noch lesbare Daten aus der Festplatte kopieren und anschliessend auf der Kopie (nur auf der Kopie!!!) Reparierungswerkzeuge wie fsck anwenden. Wer nicht so geduldig ist, soll dd_rhelp verwenden, welches auf dd_rescue aufsetzt, welches aber schneller brauchbare Daten liefert, jedoch gleich lange für ein vollständiges Auslesen eines Datenträgers benötigt.

Beispiel: Die defekte Festplatte hängt an /dev/sda1 und ich erstelle eine mögliche Kopie auf /home/ ab. Dann sähe der Code folgendermassen aus:

dd_rhelp /dev/sda1 /home/image.dat

Anschliessend kann man auf dem Laufwerk, wenn es z.B. ein FAT32 Dateisystem war, eine Fehlerkorrektur durchführen:

fsck.vfat /home/image.dat

Mehr Details in den Manuals (man {programmname}) oder:

Sollte mal die Partitionstabelle futsch sein, empfehle ich: TestDisk